Achtung - Giftig!
Teil 1: Nahrungsmittel

Dass man seinem Hund keine Schokolade gibt, sollte jedem halbwegs informierten Hundebesitzer inzwischen klar sein. Aber wie sieht es mit Avocados aus? Oder Weintrauben?
In der Hoffnung, gefährliche Situationen vermeiden zu können, habe ich hier eine Liste der entsprechenden Substanzen zusammengetragen.

  • Avocados
  • Bärlauch (siehe Knoblauch)
  • Bohnen (roh)
  • Macadamia-Nüsse
  • Obstkerne
  • Rosinen (siehe Weintrauben)
  • Schokolade
  • Schweinefleisch (roh)
  • Weintrauben
  • Zwiebeln

Avocados

Wirkstoff: Persin
Symptome: Husten, Atemnot, erhöhte Herzfrequenz, Wassereinlagerung in der Unterhaut, schwere Herzmuskelschädigungen, bei säugenden Tieren Gesäugeentzündungen/Mastitis
Hinweise: Nicht nur das Fruchtfleisch, sondern auch Kerne, Schale, Blätter etc. sind extrem giftig

Bohnen (roh)

Wirkstoff: Phasin
Symptome: Erbrechen, blutiger Durchfall, Bauchkrämpfe, Kollaps
Hinweise: Rohe Bohnen sind auch für den Menschen giftig, allerdings erst in größeren Mengen. Erst beim Kochen wird der Wirkstoff zerstört.

Macadamia-Nüsse

Wirkstoff: unbekannt
Symptome: Lethargie, Erbrechen, erhöhte Temperatur, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen (Ataxie), Lähmung der hinteren Gliedmaßen. Ebenfalls beobachtet wurden Zittern, Unterleibsschmerzen, Gelenksteifheit, blasse Schleimhäute
Hinweise: Die Giftigkeit von Macadamia-Nüssen ist erst seit Kurzem bekannt, genauere Informationen sind leider noch nicht verfügbar.

Obstkerne

Wirkstoff: Blausäure
Symptome: geweitete Pupillen, Atembeschwerden, Hyperventilation, Schock
Hinweise: Die Kerne von Apfel, Aprikose, Kirsche, Pfirsich, Pflaume enthalten Blausäure und können in größeren Mengen zur Vergiftung führen.

Weintrauben/Rosinen

Wirkstoff: noch unbekannt
Symptome: Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Darmverschluss, Hyperkalzämie, Nierenversagen
Hinweise: Die Giftigkeit von Trauben ist erst seit Kurzem bekannt. Nachdem unabhängig voneinander das amerikanische ASPCA’s Animal Poison Control Center und das britische Veterinary Poisons Information Service (sammeln Daten über Vergiftungsfällen bei Tieren) über mehrere Fälle von Vergiftungserscheinungen nach dem Genuss von Weintrauben berichteten, ist man sich bezüglich deren Giftigkeit jedoch sicher. Man nimmt an, dass Rosinen noch giftiger als Weintrauben sind.
Über die toxische Dosis ist noch nichts Genaues bekannt, man nimmt aber an, dass bereits 12-14 g/kg Körpergewicht zum Tod führen können.
Wichtig: Da noch nicht klar ist, warum Trauben für Hunde giftig sind, sollte man seinem Hund sicherheitshalber auch kein Traubenkernöl übers Futter geben.

Schokolade

Wirkstoff: Theobromin
Symptome: Erbrechen, Durchfall, Hyperaktivität, Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Zittern, Krämpfe
Hinweise: Je dunkler die Schokolade, desto höher der Kakao-Anteil, desto höher der Anteil an Theobromin.

Schweinefleisch (roh)

Erreger: Aujetzki-Virus
Symptome: Endet für Hunde tödlich
Hinweise: Fleisch vor der Fütterung gut durchgaren.

Zwiebeln

Wirkstoff: N-Propyldisulfid, Allylpropylsufid
Symptome: Durchfall, Erbrechen, Anämie, Verweigerung von Wasser und Futter, beschleunigter Herzschlag, Hecheln
Hinweise: Bereits 5 g/kg Körpergewicht (egal ob roh, gegart oder in Pulverform) können eine schädigende Wirkungen hervorrufen. Eine mittelgroße Zwiebel kann für einen kleinen Hund schon tödlich sein.

Diese Liste ist leider noch unvollständig. Sollte irgendein Leser weitere Informationen haben, möchte er sie bitte mit fundierten Quellenangaben an mich mailen, damit ich diese Liste erweitern kann.

3 Reaktionen zu “Achtung - Giftig!
Teil 1: Nahrungsmittel

  1. Sonja

    Hi Jason,

    und schon habe ich deinen Blog besucht ;-))

    Hier noch eine sehr interessante Seite der Uni für Veterinärmedizin in
    Zürich:

    http://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_x.htm

    Liebe Grüße
    Sonja mit den “Mädels”

  2. Siegfried

    Wie bei allem, auch was Menschen betrifft, darf man aber nicht vergessen das es “schlechte” Dinge gibt die trotzdem auch “gutes” bewirken. Ähnlich wie bei manchen Weinen, Gewürzen, Pilzen, Tees, usw. die sehr gesund sind - in zu hoher Menge aber schädlich und in Ausnahmefällen sogar auch tödlich sein können.

    Ich schreibe dies weil wir unseren Hunden etwa 50ml Traubensaft pro 1000ml Wasser beimischen … wohlgemerkt nachdem wir uns mit 3 verschiedenen Tierärzten in 2 Städten ausgiebig und persönlich darüber unterhalten haben. Der Grund ist hier im moment egal, aber glauben Sie mir, es hat sehr gute Gründe. Es wäre schön wenn das “Traubengift” in besseres Licht gerückt würde, nämlich das die vermutete Menge von 13g Trauben bei einem 20 KG Hund etwa 260 Gramm bzw. ein halbes Pfund ausmachen. Einer der Tierärzte meinte das es bestimmt nichts schadet den Hunden ab und zu einige einzelne Trauben als Leckerlies zu geben. Ein weiterer Tierarzt meinte das die Menge von 260g für einen 20 KG Hund schon mehr dem verfüttern von Trauben gleiche, was ja sowieso nicht getan werden sollte. Wir sind uns also sicher das Weintrauben in geringer Menge völlig in Ordnung sind, und in unserem Fall tun diese sogar gutes bewirken denn nach 3 Jahren haben wir nur mit Trauben ein Resultat bei den Weltschlimmsten Blähungen erzielen können (wind sind schon seit Jahrzehnten Hundehalter). MfG.

  3. admin

    Hallo Siegfried,

    schon Paracelsus sagte: “Allein die Dosis macht das Gift”. Das gleiche gilt natürlich ebenso bei Rosinen/Trauben und den anderen aufgeführten Nahrungsmitteln.

    Sie schreiben, dass für einen Hund mit 20 kg ca. ein halbes Pfund Trauben ausreichen. Unser Galgo wiegt 26 kg, somit würden da ca. 300 g ausreichen um ihn zu töten, bei Rosinen reicht eine viel geringere Menge - und 300 g Trauben können bei einem Galgo in Sekunden “verschwinden”.

    Da wir in einem Weinbaugebiet leben und auch gerne mal in den Weinbergen Gassi gehen möchte ich meinen Hund gar nicht erst auf den Geschmack bringen, weshalb ich es tunlichst vermeiden werde Trauben an ihn zu verfüttern.

    Natürlich kann die abführende Wirkung von Trauben bei Flatulenz im Endstadium hilfreich sein ;-) Da aber auch aus veterinärmedizinischer Sicht noch nicht genau geklärt ist was genau die Giftigkeit der Trauben ausmacht wäre ich da aber extrem vorsichtig.

    Schlussendlich muss jeder Hundebesitzer selbst entscheiden was er seinem Liebling verfüttert.

    Viele Grüße
    Jason

    PS: Ich bekomme hier häufig Suchfragen wie “Trauben +Bauchkrämpfe”…

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